Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum – gemeinsam für den Erhalt einer vielfältigen Heimat

Der Artenschwund vor allem in der freien Landschaft ist ein derzeit vielfach diskutiertes Thema. Dabei bleibt weitestgehend unbeachtet, dass auch im unmittelbaren Lebensumfeld von uns Menschen im ländlichen Raum, nämlich den Dörfern und Siedlungen, längst nicht mehr so viele Arten vorkommen. Mit dem aus vier Teilbereichen bestehenden Projekt „Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum“ möchte die SON dem Artenschwund auf regionaler Ebene begegnen, indem es eine Vielzahl an kleinen und nachahmenswerten Maßnahmen aufzeigt.

Zwei Stockwerke voller Leben: Das SON-Artenschutzhaus

Ein modernes Haus – ganz gleich, ob Neubau oder Sanierung – kann eine Vielzahl von Quartieren für die verschiedensten Tierarten bieten. Jedoch müssen diese Möglichkeiten bei Bau und Sanierung oder im Anschluss gezielt geplant und umgesetzt werden. Genau diesen Ansatz greift die SON auf: Das Herzstück des Projektes ist ein Holzhaus, das 2019/2020 in unmittelbarer Nähe der SON-Geschäftsstelle in Melle-Mitte errichtet wird. Hier wird ein Informations- und Fortbildungsangebot geschaffen, welches sich vor allem an Handwerker, Haus- und Grundbesitzer, Hausmeister, Unternehmen, Wohnungsbaugenossenschaften sowie Architekten richtet. An der Außenfassade des Artenschutzhauses werden neben Nisthilfen für Mehlschwalben, Hausperlinge undBachstelzen auch unterschiedliche Fledermausquartiere angebracht. Als weitere Besonderheiten sollen eine Staren-Kolonie gegründet und eine Lehmpfütze für Schwalben auf dem Außengelände des Artenschutzhauses eingerichtet werden. Eine großzügig gestaltete Insektennistwand sieht Lebensstätten speziell für Wildbienen vor.

Artenschutz für jedermann

Ein Novum sollen Anschauungsmodelle auf zwei Geschossebenen des Artenschutzhauses darstellen. Anhand von Dach- oder Fassadenausschnitten wird gezeigt, wie sich Quartiere für Nischenbrüter und Fledermäuse im Gebäude, am Dach oder in der Gebäudeaußenhülle anbringen lassen.

Hautnahes Erleben für große und kleine Artenschützer

Schulklassen sollen auf einzelnen Stationen am und im Artenschutzhaus erkunden und hautnah erleben können, was zuhause für den Artenschutz getan werden kann. Beispielsweise ist geplant, in einem Werkbereich Nisthilfen und mehr für den eigenen Garten oder Balkon zu bauen. Vielleicht entwickeln sich einige der kleinen Baumeister ja zu großen Artenschützern!

Netzwerken zugunsten von Fledermäusen & Co.

Ergänzend zum SON-Artenschutzhaus soll für den oben genannten Interessentenkreis ein Informations- und Beratungsnetzwerk aufgebaut sowie Schulungen und Workshops angeboten werden. Ziel ist es, dass künftige Bau- und Sanierungsvorhaben auch den Artenschutz berücksichtigen, um gleichzeitig auch Wohnraum für Fledermäuse & Co. zu schaffen.

Artenschutzmaßnahmen in allen Stadtteilen

Ein weiteres Projektfeld des Vorhabens ist die Umsetzung von über 15 Maßnahmen auf beispielhaften Standorten wie öffentliche Gebäude und Freiflächen, Gewerbeobjekte und Privatareale. Dazu werden in allen acht Stadtteilen von Melle Flächen für die Projektziele gewonnen, sorgfältig auf Praxistauglichkeit bewertet, ausgewählt und in enger Abstimmung mit den Grundstückseigentümern nach Gesichtspunkten des Artenschutzes optimiert. Dabei sollen beispielsweise ein Artenschutzkeller und Steilwände aus Lehm für Wildbienen errichtet sowie Nisthilfen für Mauersegler und andere Vogelarten in Kirchtürmen geschaffen werden.

Umweltbildung – 17 teilnehmende Schulen

Die Umweltbildung der jüngeren Generation bildet den vierten Teil des Gesamtvorhabens. Um den Artenschutz im Siedlungsraum intensiver als bisher in der Gesellschaft zu verankern, setzt das Projekt vor allem auf die zukünftigen Entscheidungsträger. Neben einer Vielzahl von obligatorischen, jedoch immens wichtigen Maßnahmen wie dem Bauen von Nisthilfen in Schulen als niedrigschwelliges Angebot, erstreckt sich die Umweltbildung auch auf das gesamte Gelände der 17 teilnehmenden Schulen. Artenschutzpotenziale auf dem Gelände zu entdecken, sie thematisch aufzubereiten und gemeinsam – Schulleitung, Kinder und deren Eltern sowie die SON – zu verwirklichen, ist ein weiteres Projektfeld von „Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum“. Diese Form der Umweltbildung wird ergänzt durch außerschulische Veranstaltungen für Jugendliche und weitere Komponenten, die auf alle Altersgruppen ausgerichtet sind und den Spaß am praktischen Gestalten in den Vordergrund stellen.

Unterstützung

Das Projekt „Artenschutz im ländlichen Siedlungsraum“ erfährt ideelle Unterstützung durch folgende Kooperationspartner:

• Berufsakademie Holztechnik Melle e. V.
• Handwerkskammer Osnabrück- Emsland-Grafschaft Bentheim
• Hochschule Osnabrück
• Jägerschaft Melle e.V.
• Kreislandvolkverband Melle e.V.
• Natur- und UNESCO Geopark TERRA.vita
• Stadt Melle
• TSV Natur Westerhausen
• Wohnungsbau Grönegau GmbH

Die Kooperationspartner tragen zum Erfolg des Projektes bei und helfen mit, das Projekt über die Region Melle hinaus zu verstetigen.

Zudem wird das Vorhaben durch eine außergewöhnliche Allianz von Mittelgebern unterstützt. Die vollständige Liste aller Mittelgeber finden Sie hier.