Stauwiesen

Hilfe für Kiebitz und Co.
"Stauwiesen" in der Hase-Else-Niederung

Feuchtgebiete bieten vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum. Für die auf feuchte Gebiete spezialisierten Vogelarten, die so genannten Wasser- und Watvögel, haben sie eine besondere Bedeutung als Brut- und Rastgebiet. Für Kiebitze und andere Watvögel besitzt die Hase-Else-Niederung bei Melle diese wichtige Funktion. Sie ist für diese Arten ein wichtiger "Trittstein" auf deren Wanderrouten, wo sie während der Rast ihre Energievorräte für den Weiterflug auffüllen können.

Ein landesweit bedeutsames Rastgebiet

Mehrjährige Untersuchungen der Vogelwelt in der Hase-Else-Niederung haben gezeigt, dass sich dieses Gebiet besonders durch die hohen und konstanten Rastbestände von Kiebitz (bis zu 2.700 Vögel), Stockente, Graureiher, Gänsesäger und Höckerschwan auszeichnet. Daher wurde diese bedeutsame Niederungslandschaft von der Niedersächsischen Fachbehörde für Naturschutz als "Rastgebiet von landesweiter Bedeutung" anerkannt. 

Wiedervernässung und Umweltbildung

Die Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) verfolgt mit ihrem Projekt "Stauwiesen" das Ziel, zusammenhängende Flächen am Stauwiesengraben in der Hase-Else-Niederung für die feuchtgebietstypischen Vogelarten aufzuwerten. Weil sich ohne eine Wiedervernässung der Flächen keine positive Entwicklung der Wasser- und Watvogelbestände einstellen wird, ist der Grunderwerb von Kernflächen unverzichtbar. Begleitend strebt die Stiftung an, der Öffentlichkeit Informationen zur Bedeutung von Feuchtgebieten zugänglich zu machen. Der in nächster Nähe zu den "Stauwiesen" verlaufende Else-Werre-Radweg bietet vielfältige Möglichkeiten, Umweltwissen zu diesem Thema zu vermitteln.

Kooperation und Vernetzung

Die SON hat erste Parzellen im Elsetal bei Melle erworben. Hinzu kommen Kompensationsflächen, die der Landkreis Osnabrück, die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Stadt Melle und der Unterhaltungsverband 29 „Else“ eingebracht haben. Als Ergebnis einer mit diesen Partnern vereinbarten Kooperation und durch finanzielle Unterstützung der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück stehen nun etwa 18 Hektar für das Projekt zur Verfügung. Der SON ist es gelungen, Akteure mit verschiedenen Interessen zusammenzubringen, damit Flächen vernetzt werden können, die ökologisch betrachtet zusammengehören.

Lesen Sie mehr über dieses Projekt in einem Fachartikel. Zur aktuellen Entwicklung des Projekts gibt ein weiterer Artikel, der insbesondere die ganzjährige Beweidung von Grünland thematisiert, Auskunft. Wertvolle Informationen zu den Rastvögeln der Hase-Else-Niederung finden Sie hier. Verfolgen Sie auch die positive Berichterstattung in der Presse.