Das Göttinger Feldlerchenschutz-Projekt

Den dramatischen Biodiversitätsverlust in unserer Agrarlandschaft aufzuhalten gehört unbestreitbar zu den wichtigsten Aufgaben des europäischen Naturschutzes.
Unabhängig davon, ob die Bestandszahlen von Pflanzen, Insekten, oder Feldvögeln betrachtet werden – überall sind in den letzten Jahrzehnten deutlichen Abnahmen zu verzeichnen. Auch bei der Feldlerche (Alauda arvensis), einst flächendeckend in unserer Kulturlandschaft vertreten, hat sich die europäische Population seit den 1980ern halbiert.
Aus diesem Grund haben sich Biologen und Studenten der Universität Göttingen 2017 zum „Göttinger Lerchenprojekt“ zusammengeschlossen, das auch von der Stiftung für Ornithologie und Naturschutz (SON) gefördert wird. Ziel ist es, Wissenslücken über die Rückgangursachen zu schließen und daraus neue Schutzmaßnahmen zu entwickeln.
Insbesondere soll analysiert werden, wie die Zusammensetzung und das Wachstum der Feldfrüchte innerhalb von Lerchen-Revieren wichtige brutbiologische Parameter beeinflussen, wie z. B. die Anzahl von Brutversuchen, die Wahl der Nest- und Nahrungshabitate, die Küken-Entwicklung und das Prädationsrisiko. Dafür werden Lerchen-Nester gesucht und bis zum Ende der Brut regelmäßig kontrolliert. Zusätzlich werden Feldlerchen mit einem Sender versehen. Dies erlaubt die Dokumentation der individuellen Habitatnutzung während der gesamten Brutzeit. Darüber hinaus gibt ein gleichzeitig stattfindendes Monitoring der Insektenvielfalt und -biomasse Aufschluss über die Nahrungsverfügbarkeit in den verschiedenen Habitattypen eines Lerchen-Reviers. Der regelmäßige Wissensaustausch mit Landwirten, Naturschützern und politischen Entscheidungsträgern ist zudem ein unerlässlicher Bestandteil für den Erfolg des Projektes.

Bereits im Jahr 2018 konnte durch die Besenderung von insgesamt 17 Feldlerchen sowie die Begleitung von über 40 Lerchennestern eine solide Datengrundlage geschaffen werden, welche in den kommenden Jahren noch deutlich erweitert werden wird.

Besenderte Feldlerche. Foto: Manuel Püttmann.